Inhaltsverzeichnis
Das Aufkommen des „Agentic Commerce“: Wie KI den Online-Handel revolutioniert
Die Technologiewelt spricht von einer neuen Evolutionsstufe der künstlichen Intelligenz im E-Commerce, dem sogenannten „Agentic Commerce“. Dieser Begriff beschreibt eine Zukunft, in der persönliche, KI-gesteuerte Einkaufsassistenten rund um die Uhr für uns im Einsatz sind.
Verbraucher sind dabei in der Lage mit Anweisungen wie „Kaufe mir ein Bosch Bohrmaschine unter 130 EUR“ Einkäufe online zu tätigen. Die KI kümmert sich darum und sucht das besten Angebot im Web. Dabei achtet sie auf Lieferzeiten, Verfügbarkeit und natürlich den Preis. Am Ende kauft sie das Produkt, Verbraucher müssen nichts mehr zutun.
Google und Amazon haben bereits solche KI Agenten am Start (Buy for me). Aber auch Microsoft, VISA und weitere sind hier schon weit vorangeschritten.
Stell dir einen persönlichen Einkäufer vor, der deine Vorlieben, dein Budget und deine aktuellen Bedürfnisse genau kennt. Anstatt endlos durch Onlineshops zu scrollen, übernimmt dieser intelligente Agent die Suche und sogar den Kauf von Produkten für dich.
Diese Entwicklung verspricht, das Online-Shopping grundlegend zu verändern, ähnlich wie es einst die Einführung des E-Commerce oder des mobilen Einkaufens getan hat.
Warum ist das für Unternehmen relevant?
Für Unternehmen bedeutet dieser Wandel, dass sie ihre Produkte so präsentieren müssen, dass sie von KI-Agenten leicht gefunden und verstanden werden können. Da diese Agenten auch Käufe im Namen der Kunden tätigen können, sind zudem neue, sichere Authentifizierungsmethoden unerlässlich.
Wer keine strukturierten Daten oder fairen Preise anbietet, fliegt raus – noch bevor ein Mensch überhaupt das Produkt zu Gesicht bekommt. Und auch Upsells werden bei den Agenten vermutlich immer schwerer.
Kundenbindungsprogramme, teure Werbeanzeigen und Emotionen im Marketing? Die Frage stellt sich, wieviel diese noch bringen, falls nur noch Algorithmen einkaufen.
Wieso ist das Thema gerade jetzt aktuell?
Die technologischen Voraussetzungen sind mittlerweile geschaffen. Shopping-Apps sind nahtlos mit Zahlungs- und Banking-Anwendungen verknüpft. Zudem hat sich das Einkaufen über soziale Medien fest etabliert, was den Weg für KI-gesteuerte Einkäufe weiter ebnet. KI-Systeme sind nicht mehr nur dazu da, Fragen zu beantworten, sondern können nun auch proaktiv für uns handeln und einkaufen.
Wieso ist das Thema gerade nicht aktuell?
Die Vision ist klar, aber machen die Menschen mit?
Im deutschsprachigen Bereich ist das Thema sogar nicht wirklich präsent. Besonders ältere Zielgruppen sind zurückhaltend. Zu viel Skepsis, zu wenig Kontrolle, zu viele offene Fragen rund um Datenschutz, Entscheidungstransparenz und Fehlkäufe. Denn was, wenn der Agent das falsche Produkt kauft? Oder das richtige – aber bei einem Händler, den du meidest? Noch sind es Fragen. In Zukunft aber eventuell reale rechtliche Probleme.
Fazit
Onlinehändler wie auch Brands müssen entweder ihre eigenen Agenten aufbauen oder sich für Drittanbieter-Ökosysteme fit machen – technisch, rechtlich und strategisch. Und vor allem so schnell wie möglich direkten Kundenkontakt durch eigene E-Mail- oder Whatsapp-Verteiler aufbauen, um zukünftig den direkten Draht zu den Kunden nicht zu verlieren.
Technisch kann man aktuell noch wenig tun, in diesem Feld geht es am ehesten darum, seinen Onlineshop gut lesbar und gut strukturiert aufzubauen (META Daten, LLMS.txt, schema.org, Barrierefreiheit,…), damit KI Agenten das Angebot gut erfassen und scannen können, denn Recherche als Vorbereitung zum Online-Einkauf wird bereits jetzt zahlreich per KI betrieben.

